Der Countdown läuft. Nur noch wenige Tage bis der Nordostdeutsche Jugendtag 2018 auf dem Leipziger Messegelände stattfindet.

Bild: Alte Handelsbörse und Goethedenkmal in Leipzig

Die Alte Handelsbörse ist Leipzigs ältestes Versammlungsgebäude der Kaufmannschaft und eines der ältesten Barockbauwerke der Stadt.

Der Beschluss zum Bau ging am 6. Mai 1678 von 30 Großkaufleuten aus, nachdem es zur Tradition geworden war, sich zum Abschluss großer Geschäfte in einem neutralen Raum zu treffen und diese zu besiegeln. Noch im selben Monat, am 30. Mai wurde mit dem Bau auf dem Naschmarkt begonnen.

Der Entwurf der Alten Börse weist in vielen Details Parallelen zum Palais im Großen Garten und dem Lusthaus im Italienischen Garten in Dresden auf. Der Entwurf des Gebäudes stammt mit großer Wahrscheinlichkeit von Johann Georg Starcke, dem Oberlandbaumeister des Oberbauamtes am Hofes Johann Georg II. in Dresden. Zur Gestaltung des Innenraumes wurden offenbar keine Entwürfe beauftragt. An der Ausführung des Gebäudes waren neben dem Leipziger Ratsmaurermeister Christian Richter unter anderem die Steinmetze Andreas Junghans aus Rochlitz, Hans Caspar Beck aus Laucha und Melchior Bock aus Zeitz, sowie der Zimmerermeister Christian Schmied beteiligt. Bereits 1679 wurde das im Rohbau fertiggestellte Gebäude erstmals in Benutzung genommen. Vollständig fertiggestellt wurde die Alte Handelsbörse jedoch erst im Jahre 1687.

Der Zusatz „Alte“ Handelsbörse wurde erst ab 1886 notwendig, als am Tröndlinring die Neue Börse eingeweiht wurde.


Das Goethedenkmal in Leipzig ist eine auf einem hohen Sockel stehende Bronzestatue auf dem Naschmarkt vor der Alten Handelsbörse, die Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) mit Bezug auf seine fast dreijährige Studienzeit in Leipzig als jungen Mann darstellt. Es wurde von Carl Seffner (1861–1932) geschaffen.

Die 2,65 Meter große Bronzestatue des jungen Goethe steht auf einem 2,5 Meter hohen Sockel aus rotem Granit. Haltung, Untergrund der Statue und das Rokokokostüm zeigen, dass der Student im Freien lustwandelt. Das Schrittmotiv deutet eine ungezwungene natürliche Aktivität an, das Buch in der Rechten die intellektuelle Beschäftigung während des Spaziergangs. Häufig wird interpretiert, Goethe käme von einem Spaziergang aus dem Rosental und begäbe sich über den Naschmarkt in Richtung auf Auerbachs Hof, wo sein Freund Behrisch (1738–1809) wohnte und mit welchem Gebäude er später über die Szene in Auerbachs Keller in Faust I noch auf besondere Weise verbunden sein wird.