Der Countdown läuft. Nur noch wenige Tage bis der Nordostdeutsche Jugendtag 2018 auf dem Leipziger Messegelände stattfindet.

Bild: Altes Rathaus Leipzig

Das Alte Rathaus in Leipzig gilt als einer der bedeutendsten deutschen Profanbauten der Renaissance. An seiner Rückseite liegt der Naschmarkt. Bürgermeister und Stadtverwaltung sind seit 1905 im Neuen Rathaus untergebracht.

Im Jahr 1341 übereignete Markgraf Friedrich II. von Meißen den Leipziger Tuchmachern ein vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts im romanischen Stil massiv errichtetes repräsentatives Gebäude südlich des Marktes. Dieser Bau entspricht in Lage und Grundfläche etwa der heutigen Ratsstube des Alten Rathauses, welches 1360 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Das Rathaus wurde 1556/57 vom regierenden Bürgermeister und Großkaufmann Hieronymus Lotter umgebaut und erhielt damit weitestgehend seine heutige äußere Gestalt. Erster Obermeister war Paul Speck, dem wohl auch der Entwurf zuzuschreiben ist. Ihm folgte nach seinem Tod Anfang 1557 Meister Paul Widemann. Weiter beteiligt war auch der Ratsmaurermeister der Stadt, Sittich Pfretzschner.

Neben dem Sitz der Ratsherren beherbergte das Alte Rathaus auch bereits seit dem späten 16. Jahrhundert zeitweilig das Oberhof- und Schöffengericht, den Stadtrichter, das Ratsarchiv sowie im Keller untergebrachte Gefängniszellen. Der Festsaal mit einer Länge von etwa 40 Metern war lange Zeit die größte Veranstaltungsstätte der Stadt und wurde dementsprechend auch für öffentliche Empfänge und Festlichkeiten genutzt.

Ende des 19. Jahrhunderts erwies sich das Rathaus für die schnell wachsende Stadt als endgültig zu klein. Der Erhalt des Alten Rathauses wurde 1905 bei Stimmengleichheit durch das Votum des Vorsitzenden des Stadtverodnetenkollegiums, Johannes Junck, entschieden. Es sollte nach umfangreicher Sanierung als Stadtgeschichtliches Museum dienen.

Sehenswert im Inneren des Gebäudes sind vor allem der große Festsaal, die Ratsstube, das Landschaftszimmer des Spätbarock, die Schatzkammer und das einzige authentische Porträt Johann Sebastian Bachs (von Elias Gottlob Haussmann), der 1723 in der Ratsstube seine Anstellungsurkunde als Thomaskantor unterzeichnete.

Rings um das Rathaus ist unterhalb des Dachgeschosses dieser Text zu lesen:

NACH CHRISTI UNSERES HERRN GEBURTH IM MDLVI IAHR BEY REGIERUNG DES DURCHLAUCHTIGSTEN UND HOCHGEBORENEN FURSTEN UND HERRN AUGUSTI HERTZOGEN ZU SACHSEN DES H. ROM REICHS ERTZMARSCHALL UND CHURFÜRSTEN LANDGRAFF IN THÜRINGEN MARGGRAFFEN ZU MEISSEN U. BURGGRAFFEN ZU MAGDEBURG ETC. IST INDISER STADT ZU BEFÖRDERUNG GEMEINES NUTZENS DIESES HAUS IM MONATH MARTIO ZU BAUEN ANGEFANGEN UND DASSELBE DES ENDE IM NOVEMBRIS VOLLBRACHT. DEM HERRN SEY ALLEIN DIE EHRE, DENN WO DER HERR DIE STADT NICHT BAUET SO ARBEITEN UMSONST DIE DARAN BAUEN WO DER HERR DIE STADT NICHT BEWACHET SO WACHET DER WÄCHTER UMSONST DES HERRN NAHME SEY GEBENEDEYET EWIGLICH AMEN BEY CHURF. IOH. GEORG II. HOCHLÖBL. REGIERUNG RENOV. MDCLXXII.